Starke Zielgruppe: Türken in Deutschland
Schon länger spielen die in Deutschland lebenden Türken eine wichtige Rolle als Konsumenten. Einige Firmen haben sich schon vor Jahren darauf eingestellt, Türken als Zielgruppe gezielt anzusprechen. Mit zunehmender Anzahl von Deutschen mit Migrationshintergrund spielt das Ethnomarketing eine immer größer werdende Rolle. Daimler-Chrysler hat in Berlin deshalb ein speziell auf die Zielgruppe der Türken ausgerichtetes Autohaus gebaut, das mit türkischer Musik, der Übertragung türkischer Fußballspiele und kostenlosem Tee speziell diese Zielgruppe anlocken soll.
Doch bis heute nutzen nur wenige Unternehmen Ethnomarketing gezielt zur Vermarktung ihrer Produkte. Nach der Autobranche sind es vorwiegend Handys und Lebensmittelprodukte, die erfolgreiche Werbung für die Zielgruppe Türken betreiben. Banken und Versicherungen kommen neuerdings hinzu. Sie alle können es sich nicht mehr leisten, konsumfreudige Zielgruppen wie die Türken nicht gezielt anzusprechen. Auch sie bauen deshalb mittlerweile auf ganz bestimmte Angebote, die speziell auf diese Zielgruppe zugeschnitten sind. Untersuchungen im Ethnomarketing bestätigen nämlich schon lange, dass gerade Türken markenbewusst sind und eine Vorliebe für Statussymbole wie Autos und schicke Handys haben. Erfolgreiche Werbung ist deshalb nur die, die diese Wünsche speziell zielgruppengerecht formuliert und entsprechende Produktangebote anbietet.
Wie wichtige die Rolle dieser Zielgruppe ist, sieht man daran, dass sich zunehmend auch Werbeagenturen auf Türken spezialisieren. Sie haben herausgefunden, dass auch die in Deutschland geborenen Kinder türkischer Abstammung zu zwei Dritteln türkisches und nicht deutsches Fernsehen schauen. Sie reagieren emotional viel mehr auf türkische Musik, türkische Models und Sprache als auf einen deutschen Werbespot. Dies gilt es unbedingt zu berücksichtigen, will man die Zielgruppe Türken in Deutschland, die eine jährliche Kaufkraft von mehr als 20 Milliarden Euro haben, erreichen.
Bankamiz - Deutsche Bank spricht türkisch
Die deutschtürkische Zielgruppe ist eine der Hauptzielgruppen des Ethnomarketing in Deutschland, da sie die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe ausmacht. Die direkte Ansprache der Deutschtürken ist daher aus wirtschaftlichen Gründen mit vielen Vorteilen verbunden.
“Das Leben ist leichter, wenn es eine Bank gibt, der Sie vertrauen können, die Ihre Sprache spricht und Sie versteht. Eine Bank mit Leistungen und Produkten, die speziell auf ihre individuelle Lebenssituation zugeschnitten sind. Genau das ist nun möglich – mit Bankamız.”

Auch die Deutsche Bank hat das Potential der Türken in Deutschland erkannt und bietet sowohl im Internet als auch in vielen Filialen ihre Dienste in türkischer Sprache an. Auf der Domain bankamiz.de (auf deutsch: unsere Bank) spricht die Deutsche Bank ihre Kunden wahlweise in türkischer und deutscher Sprache an.
Auch an Prämien für Neukunden oder Empfehlungen von Neukunden mangelt es nicht. Neben original Fussballtrikots großer türkischer Vereine gibt es Teekocher, Backgammonspiele, Küchenmaschinen oder Bücher über türkische Geschichte. Kunden erhalten auf Wunsch auch ihre Bankkarte oder Kreditkarte mit türkischen Motiven (Istanbul oder Nazar-Boncugu-Motive). Im türkischen Fernsehen und in türkischen Zeitungen wird diese Ethnomarketing-Kampagne beworben.
Auch SEAT spricht türkisch
Mit dem Projekt “SEAT Türkçe Konuşuyor“ (SEAT spricht türkisch) setzt auch die Marke SEAT auf Ethnomarketing und umwirbt damit die türkische Zielgruppe in Deutschland. Zuvor hatten Marken wie Mercedes-Benz und Volkswagen erfolgreiche Marketing-Kampagnen für die türkische Zielgruppe in Deutschland umgesetzt. Mit solchen Kampagnen sprechen die Firmen gezielt die türkische Zielgruppe an und gewinnen neben Neukunden auch ein besonderes Ansehen.

Viral-Marketing - Virus-Marketing
Viral-Marketing (auch Virus-Marketing) bezeichnet eine Form des Marketings, die Mundpropaganda gezielt für die Bewerbung ihrer Produkte benutzt. Wie ein Virus soll sich die Information über das Produkt oder die Marke verbreiten. Soziale Netzwerke und Foren, aber auch Blogs sind deshalb die Stellen, an denen Viral-Marketing ansetzt. Bei Marketingfachleuten ist Viral-Marketing besonders beliebt, da die Glaubwürdigkeit von Mundpropaganda weitaus höher ist als die von klassischen Anzeigen oder Werbespots.
Ideal eignet sich das Internet für die Verbreitung von Viral-Marketing. Doch oft erreicht man zwar eine große und schnelle Verbreitung, aber nicht immer ist dies gleichbedeutend mit einer erhöhten Markenbekanntheit des Produkts. Kostenlose Spiele oder ein kostenloser Musik-Download erreichen nur bei ganz gezieltem Vorgehen ihr Ziel, eine Marke bekannt zu machen. Emotionale Produkte eignen sich für Viral-Marketing besonders gut: So wurden YouTube.com und Napster zum Beispiel schlagartig über Viral-Marketing bekannt. Weitere Produkte, die ihren Erfolg überwiegend dem Viral-Marketing verdanken, sind Bionade, Hotmail, XING und Skype. Sie gehören übrigens zu den wenigen Marken, die nicht nur ihre Werbung viral betreiben, sondern auch das komplette Angebot, den Vertrieb und die gesamte Kommunikation viral ausgerichtet haben.
Wie aber nun funktioniert Viral-Marketing?
Es gibt drei Hauptwege: einmal die Weiterleitung von Informationen an einen Bekannten, dann die Verbreitung von Bildern, Filmen oder Witzen mittels E-Mail und zum dritten die so genannten Blogs, in denen Menschen ihre Meinung zu Produkten oder Marken kundtun. Handelt es sich dabei um Meinungsmacher, Empfehlungen oder Multiplikatoren, so können auf diesem Weg rasche Erfolge mit Viral-Marketing erzielt werden. Doch nicht alle Produkte sind gleichermaßen für Viral-Marketing geeignet. Generell tut man sich im B2B schwerer mit Viral-Marketing, da die Produkte oder Dienstleistungen hier weniger über emotionale Verkaufsargumente vermarktet werden können.
Zielgruppe Türken in Deutschland
Neben anderen europäischen Staaten zählen Türken zu der am stärksten vertretenen ausländischen Bevölkerung in Deutschland. Derzeit leben etwa 3 Millionen Türken in Deutschland. Das Durchschnittsalter beträgt 34,6 Jahre. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 20,7 Jahren liegt im oberen Bereich. Ihre jährliche Kaufkraft in Deutschland beträgt mehr als 20 Milliarden Euro!
Ansätze für ein gezieltes Ethnomarketing für die Zielgruppe Türken ergibt sich für Sie bereits aus der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer und dem Durchschnittsalter. So ist die Lebensplanung auf einen längerfristigen Aufenthalt in Deutschland ausgerichtet, was vielseitige Ansatzpunkte für spezifische Ansätze für die Zielgruppe Türken bietet. Hierzu zählen zum Beispiel Produkte der Bereiche: die eigene Immobilie in Deutschland, Familiengründung oder auch Themen der Alters- und Gesundheitsvorsorge.
Die Vorgehensweise in der Ansprache bedarf bei der Zielgruppe Türken besonderer Planung. So sollten Sie in jedem Fall in Ihre Überlegungen mit einbeziehen, ob Sie die Werbung für Türken in Deutschland – insbesondere bei Einsatz von Direct-Mails oder CallCenter - in deutscher oder türkischer Sprache platzieren. Eventuell ist eine zweisprachige Vorgehensweise die Richtige.
Empfehlenswert ist bei der Zielgruppe Türken ein türkisch-sprechender oder türkisch-stammender Mitarbeiter; insbesondere dann, wenn ein hohes Maß an Vertrauen notwendig ist wie z. B. Finanzdienstleitungen oder Gesundheitsthemen.
In Ihren Ethnomarketing-Überlegungen empfiehlt sich auch eine regionale Unterteilung einzubeziehen. So ist in Ballungszentren eine andere Vorgehensweise empfehlenswert als in einer ländlichen Region. Für Türken in Deutschland kann beispielsweise über ein Testimonial das erforderliche Vertrauen zu einem Produkt oder Dienstleistung geschafft werden. Hierzu gibt es zahlreiche Persönlichkeiten aus Sport, Wirtschaft und Politik, die diese Vorbild- und Vertrauensfunktion erfüllen.
