Samsung setzt auf Ethnomarketing
Interaktive Informationsfilme zu aktuellen Kameraneuheiten jetzt auch auf Türkisch
Die Samsung DSC Division erweitert ihr umfassendes Trainingsprogramm für Händler jetzt um Informationsfilme in türkischer Sprache. Dadurch erhalten türkisch-stämmige Verkäufer eine hilfreiche Unterstützung bei der Beratung ihrer Landsleute. Auch Endkunden profitieren direkt von der Neuheit, da die Schulungsfilme auch dem Onlinehandel zur Implementierung in die Onlineshops angeboten werden. Das interaktive Schulungsprogramm liefert nicht nur nützliches Wissen über die Kameraneuheiten, sondern stellt einzelne Funktionen auch visuell verständlich dar, so dass Händler und Kunde schnell einen Überblick über die Handhabung der Kameras bekommen. Mit diesem Konzept des Ethnomarketings geht Samsung neue Wege: Kaufkräftige Einwohner mit Migrationshintergrund werden gezielt angesprochen und können so als neue Kunden gewonnen werden.

Wachstumsmarkt ethnische Gruppen
„Junge Türken sind sehr technikaffin und kaufkräftig – eine starke Zielgruppe, die wir gerne für Samsung-Kameras begeistern möchten“, erklärt Ernst Thürnau, Marketingmanager Samsung DSC Division. „Wir wollen, dass sie sich mit der Marke wohl fühlen und sich mit ihr identifizieren. Da liegen die Muttersprache und eine anschauliche, audiovisuelle Darstellung der Kommunikationsmittel nahe.“ Aber auch Smalltalk, eine Handschlagsmentalität und Gastfreundschaft spielen für Türken neben fachlichen Faktoren eine wichtige Rolle am Point of Sale. Ethnische Kulturen in Deutschland sind ein attraktiver Wachstumsmarkt, deren Potential mehr und mehr wächst. Die türkische Volksgruppe hat dabei die meisten Mitglieder.
Kunden, die sich schnell und bequem über die Top-Features der einzelnen Kameramodelle informieren möchten, finden die Filme auf www.samsungcamera.de auf der jeweiligen Produktseite. So gibt es zum einen keine Sprachhindernisse, zum anderen entfällt das langwierige und zeitraubende Studieren von Datentabellen und Benutzerhandbüchern.
02.06.2008 - Kategorie Marketing/PR
Quelle: samsungcamera.de
Volkswagen spricht türkisch
“Türkischstämmige Bürger in Deutschland haben eine hohe Kaufkraft und sind für uns von sehr großem Interesse”, sagt der Leiter der VW-Vertriebsregion West und Projektleiter Stefan Mecher. Deshalb macht Volkswagen jetzt Werbung in türkischer Sprache und wird bis zum Ende des Jahres 40 Verkäufer einstellen, die türkisch ebenso wie deutsch sprechen.
Nach einem Erfolgreichen Start des Projektes in Berlin und NRW wird das Projekt nun bundesweit auf Ballungszentren wie Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart ausgeweitet. Das sind Regionen, wo viele türkischestämmige Menschen Leben.
Türkischstämmige in Deutschland – der Milliardenmarkt
Allein die rund 3 Millionen türkischstämmigen Bewohner Deutschlands kaufen pro Jahr 31 Millionen Flaschen Haarshampoo, 28 Millionen Pakete Universalwaschmittel, 60 Millionen Flaschen Babynahrung und gar 300 Millionen Babywindeln, transportiert von 750.000 Autos, vor allem der Marken VW, Mercedes, BMW, Audi und Opel. Die Kaufkraft der Türken in Deutschland bewegt sich jährlich bei rund 18 Milliarden Euro.
“Die Sprache ist entscheidend. Die Sprache ist der Zugang zum Kunden”
Sowohl in türkischen Zeitungen wie Hürriyet oder Sabah als auch im türkischen Fernsehen wie ATV oder Kanal D spricht Volkswagen mit ihrer Werbung türkisch. “Oft laufen die Beratungsgespräche dennoch in deutscher Sprache ab. Wichtig ist nur, dass die Kunden türkischer Herkunft merken: Dieses Unternehmen geht auf uns zu.”, so Stefan Mecher.
Erfolgreiches Zielgruppenmarketing
Vor dem Hintergrund der Globalisierung verändern sich nur die Produktionsweise, sondern auch der Absatzmarkt und damit auch die potentiellen Käufer. Genauso, wie die internationalen Konzerne ihre Produktionsstandorte verlegen, so wechseln auch die Arbeitnehmer zu den Arbeitsplätzen, an denen sie die optimalen Arbeitsbedingungen vorfinden.
Ebenfalls, bedingt durch das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten des Einkaufens im Internet, existiert ein globaler digitaler Markt, an dem Menschen nahezu aller Kulturräume rundum die Uhr partizipieren können. Diese Veränderungen erfordern neue Strategien für das Zielgruppenmarketing. Es kann für ein Unternehmen mehr las lohnenswert sein, sich gezielt an ausländische Konsumenten zu wenden. Hierbei sollte unbedingt die Kaufkraft der potentiellen Zielgruppe beachten, die man erreichen möchte. Unabdingbare Voraussetzung für ein erfolgreiches Zielgruppenmarketing, ist die fundierte Analyse soziokultureller Besonderheiten der anvisierten Zielgruppe. Hier werden sich in der Zukunft zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten für Sozial- Geistes- und Kulturwissenschaftler auftun, die gezielt Werbung für Ausländer konzipieren.
Ethnologisches Zielgruppenmarketing bedarf höchstem Fingerspitzengefühl, um Anfängerfehler zu vermeiden, und ausländische Konsumenten nachhaltig für das Produkt zu begeistern. Werbung für Ausländer sollte unbedingt einen starken Bezug nicht nur zu den offensichtlichen kulturellen Besonderheiten haben, sondern auch zu der gesellschaftlichen Schicht und ihrer Kaufkraft, die man mit dem Produkt anvisiert.
Ein erfolgreiches Zielgruppenmarketing sollte daher langfristig konzipiert sein, anstatt nur auf den schnellen Effekt der kurzfristigen Umsatzsteigerung zu zielen. Gerade Werbung für Ausländer bietet ein enormes Potenzial an Kaufkraft, die ein professionell agierendes Unternehmen nachhaltig abschöpfen kann.
Als Fazit könnte man sagen, dass ein fundiertes Zielgruppenmarketing, das mit Kreativität, interkultureller Kompetenz und präzisem Bewusstsein für die Zielgruppe sehr gute Erfolgsaussichten hat. Je eher sich ein Unternehmen diesen Faktoren bewusst wird, desto zeitnaher kann es die ersten Erfolge im Zielgruppenmarketing feiern. Denn, dass eine spürbare Internationalisierung des Marktes mit einer einhergehenden, parallel laufenden Diversifikation der Konsumenten stattfindet, kann wohl von keinem bestritten werden.
Ethnomarketing in Deutschland
Ethnomarketing richtet sich in einer Gesellschaft an eine sich in der Minderheit befindenden ethnischen Gruppe. Demnach werden also ausländische Konsumenten angesprochen. In Bezug auf Deutschland wären dies insbesondere Türken, Italiener, Spanier, Portugiesen oder Griechen. Im Wesentlichen also Gastarbeiter und deren Nachkommen.
Bei einer Anzahl von ca. 8 Millionen Personen in Deutschland eine Größe und Kaufkraft, die aus Sicht der Werbewirtschaft nicht vernachlässigt werden sollte. Erst recht, seitdem die Politik eingestanden hat, das Deutschland zu einem Einwanderungsland werden muss und die Geburtenrate der hier bereits lebenden Ausländer höher ist als die deutsche.
Aussiedler bilden seit Anfang der 90er Jahre eine weiterer wichtige Gruppe im Ethnomarketing. Das Ethnomaketing ist ein Zielgruppenmarketing. Man geht davon aus, dass die beworbenen Personen aufgrund des anderen kulturellen Hintergrunds anders angesprochen werden müssten. Bei den getroffenen Maßnahmen richtet man sich auch an die den Ausländern unterstellte Kaufkraft. Diese ist eher schwächer als die der ethnisch dominierenden Kultur. Die Werbung für Ausländer spricht andere, die der Zielgruppe unterstellten Wünsche an. Dabei geht das Zielgruppenmarketing davon aus, dass ausländische Konsumenten eine homogene Gruppe wären und generalisiert somit das Bild von den Ausländern. Dabei ist deren Kultur genauso differenziert wie die der Ethnie in der Mehrheit. Ob Werbung für Ausländer diese nun auch wirklich anspricht, ist eine andere Frage. Der Versuch könnte nämlich auch nach hinten los gehen. Und zwar dann, wenn sich Angehörige der Ethnie als Opfer eines Klischees sehen.
Inwieweit Ethnomarketing die Gruppe überhaupt erreicht, hängt auch vom Grad der Integration ab. Ist sie gut verlaufen, sprechen sie (die Ausländer) wahrscheinlich dieselben Themen an, wie die an die Mehrheitsgesellschaft gerichteten.
