Ethnomarketing in Deutschland
Ethnomarketing richtet sich in einer Gesellschaft an eine sich in der Minderheit befindenden ethnischen Gruppe. Demnach werden also ausländische Konsumenten angesprochen. In Bezug auf Deutschland wären dies insbesondere Türken, Italiener, Spanier, Portugiesen oder Griechen. Im Wesentlichen also Gastarbeiter und deren Nachkommen.
Bei einer Anzahl von ca. 8 Millionen Personen in Deutschland eine Größe und Kaufkraft, die aus Sicht der Werbewirtschaft nicht vernachlässigt werden sollte. Erst recht, seitdem die Politik eingestanden hat, das Deutschland zu einem Einwanderungsland werden muss und die Geburtenrate der hier bereits lebenden Ausländer höher ist als die deutsche.
Aussiedler bilden seit Anfang der 90er Jahre eine weiterer wichtige Gruppe im Ethnomarketing. Das Ethnomaketing ist ein Zielgruppenmarketing. Man geht davon aus, dass die beworbenen Personen aufgrund des anderen kulturellen Hintergrunds anders angesprochen werden müssten. Bei den getroffenen Maßnahmen richtet man sich auch an die den Ausländern unterstellte Kaufkraft. Diese ist eher schwächer als die der ethnisch dominierenden Kultur. Die Werbung für Ausländer spricht andere, die der Zielgruppe unterstellten Wünsche an. Dabei geht das Zielgruppenmarketing davon aus, dass ausländische Konsumenten eine homogene Gruppe wären und generalisiert somit das Bild von den Ausländern. Dabei ist deren Kultur genauso differenziert wie die der Ethnie in der Mehrheit. Ob Werbung für Ausländer diese nun auch wirklich anspricht, ist eine andere Frage. Der Versuch könnte nämlich auch nach hinten los gehen. Und zwar dann, wenn sich Angehörige der Ethnie als Opfer eines Klischees sehen.
Inwieweit Ethnomarketing die Gruppe überhaupt erreicht, hängt auch vom Grad der Integration ab. Ist sie gut verlaufen, sprechen sie (die Ausländer) wahrscheinlich dieselben Themen an, wie die an die Mehrheitsgesellschaft gerichteten.

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